Chlamydien Vortrag von Prof. J-M. Hatt Tierspital Zürich

Ich war am Freitag 30.11.12 am Chlamydien Vortrag. Das ganze kurz zusammen gefasst:



Chlamydien – ein Schreckgespenst unter Züchtern und Liebhabern tauchen immer wieder einmal in Zuchten aber auch Liebhaberbeständen auf.



Prof. Hatt zeigte uns an verschiedenen Studien auf, dass Chlamydienerreger auch in komplett gesunden Beständen in nicht geringer Menge vorhanden sein können.
So wurden beispielsweise aus einem Bestand mit 33 komplett gesunden Meerschweinchen ohne jegliche Anzeichen 8 Tiere positiv auf Chlamydien getestet – was über 20 % entsprechen!
Grundsätzlich sind vor allem Jungtiere im Alter von 4-8 Wochen anfällig auf Chlamydien.
Zu den typischen Symptomen zählen Bindehautentzündungen (auch mit eitrigem Ausfluss) sowie Nasensekret. Auch im Vaginalsekret können sich Chlamydien festsetzen.
Somit können sie durch direkten Kontakt, Tröpfcheninfektion sowie auch Geschlechtsverkehr übertragen werden.
Werden die Tiere nicht behandelt, und handelt es sich um eine „leichte“ Erkrankung, kann diese von selbst wieder abheilen.
Optimalerweise werden betroffene Tiere während rund 2 Wochen mit Baytril und einer speziellen Augensalbe (Wirkstoff Tetracycline) behandelt.
Anschliessend ist das Tier gesund und bleibt auch nicht Träger.
Es kann sich jedoch jederzeit wieder neu anstecken, wenn noch Tiere ohne Symptome aber mit dem vorhandenen Erreger im Bestand sind.
Vorbeugen kann man nur beschränkt, indem man beispielsweise ein neu zugekauftes Tier konsequent während rund 45 Tagen (solange dauert der Zyklus der Chlamydienerkrankung) in Quarantäne setzt (optimalerweise mit einem Tier aus dem eigenen Bestand).
Selbst dann ist keine 100 %-ige Gewähr gegeben, dass das Tier ohne Erreger ist, aber die Wahrscheinlichkeit, ein gesundes Tier zugekauft zu haben, ist dann doch relativ hoch.
Die Übertragung kann auch vom Tier auf den Menschen erfolgen und wir können die Erreger ohne unser Wissen ebenfalls in andere Bestände weitergeben.



Fazit: Chlamydien können auch in augenscheinlich gesunden Beständen latent vorhanden sein, jedoch bricht die Krankheit nicht immer aus. Treten erkrankte Tiere auf, bringt eine Komplettbehandlung des ganzen Bestandes nur sehr kurzfristig etwas, denn bereits die Übernahme EINES neuen Tieres kann dazu führen, den Erreger wieder neu einzuschleppen.